Guatemalanetz Bern


 

 

Das Guatemalanetz Bern setzt sich für die Solidarität mit Menschen in Guatemala ein. Durch eine kontinuierliche Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit soll die Bevölkerung in der Schweiz für aktuelle Themen Guatemalas sensibilisiert und das Interesse am zentralamerikanischen Land wach gehalten werden.

 

WICHTIGE MEDIENMITTEILUNG VON GUATEMALANETZ UND MULTIWATCH

 

Zürich, 3.2.2012. Heute Nachmittag wollten VertreterInnen indigener Gemeinschaften aus Guatemala in einer symbolischen Aktion ihre Forderungen an Holcim übergeben. Aus Angst blieben sie der Aktion fern. An ihrer Stelle haben MultiWatch und das Guatemalanetz Bern ihre Forderungen übergeben. Sie machen Holcim mitverantwortlich, falls den Gästen nach ihrer Rückkehr etwas passieren sollte.

Die geplante Aktion zur Übergabe der Forderungen aus Guatemala an Holcim fand ohne die Betroffenen statt. An einer öffentlichen Informationsveranstaltung gestern in Genf zum Konflikt um den Bau einer Zementfabrik durch Cementos Progreso in Guatemala, tauchten mehrere Vertreter dieser Firma auf. Die Firma, an der Holcim beteiligt ist, reist ihren KritikerInnen offenbar bis in die Schweiz nach. Die Gäste aus Guatemala fühlen sich dadurch bedroht und eingeschüchtert. Sie nahmen deshalb nicht an der geplanten Aktion teil. Diese Reaktion muss im Kontext der Gewalt und Kriminalisierung von MenschenrechtsverteidigerInnen sowie Straflosigkeit in Guatemala verstanden werden.

Anstelle der Betroffenen haben MultiWatch und das Guatemalanetz Bern die Forderungen der Gemeinschaften in Guatemala (siehe unten) und einen symbolischen Schmähpreis an Holcim übergeben. Die beiden Organisationen sind bestürzt darüber, dass Cementos Progreso den beiden Gästen bis in die Schweiz folgt und fordern Holcim auf, alles für die Sicherheit der Gemeinschaften in Guatemala zu unternehmen. Sie machen Holcim mitverantwortlich, falls den Gästen in ihrer Heimat etwas passieren sollte.

Hintergrund

Die Schweizer Firma Holcim, die sich gerne als nachhaltiges und soziales Vorzeigeunternehmen präsentiert, ist am Bau einer Zementfabrik in San Juan Sacatepéquez beteiligt. Sie besitzt 20% am guatemaltekischen Zementhersteller Cementos Progreso S.A. Die lokale Bevölkerung lehnt das Projekt jedoch mit überwältigender Mehrheit ab. Sie befürchtet schwerwiegende Schäden an der Umwelt und die Zerstörung ihrer bisherigen wirtschaftlichen Lebensgrundlage, dem Anbau von Blumen und Gemüse. Die guatemaltekische Regierung und die involvierten Firmen ignorieren beim Bau der Fabrik die Rechte der lokalen Bevölkerung. Ihr
gewaltfreier Widerstand wurde wiederholt brutal unterdrückt und kriminalisiert.

Um die Konzernspitze von Holcim in der Schweiz mit der Situation in Guatemala zu konfrontieren fordern Betroffene und die unterstützenden Organisationen:


1) Die Firma Holcim soll im Hinblick auf ihre unternehmerische Ethik und den Respekt für die Menschenrechte die Firma Cementos Progreso S.A. auffordern, das Projekt "Fabrik von San Juan" aus der Gemeinde San Juan Sacatepéquez zurückzuziehen und damit das Recht der indigenen Gemeinschaften berücksichtigen, die sich am 13. Mai 2007 bei einer Abstimmung mit grosser Mehrheit gegen die Installation einer Zementfabrik in San Juan Sacatepéquez ausgesprochen haben.


2) Die Firma Holcim soll umgehend darauf hinwirken, dass die Kriminalisierung der Anführerinnen und Anführer der Dorfgemeinschaften, die ihr Konsultationsrecht einfordern, beendet wird ‐ denn wir sind der Überzeugung, dass die Anwendung des Strafrechts auf ein soziales Problem bloss zur weiteren Polarisierung der Gesellschaft führt.

 

3) Die Firma Holcim soll die moralischen und materiellen Schäden kompensieren, die den indigenen Gemeinschaften bei der Verteidigung ihres Territoriums entstanden sind und Entschädigungen bezahlen für die 86 Strafprozesse, mit denen die Anführerinnen und Anführer der Dorfgemeinschaften aufgrund unbegründeter Anschuldigungen konfrontiert waren.


4) Die Firma Holcim soll die internationalen Menschenrechtsabkommen sowie die spezifischen kollektiven Rechte der indigenen Völker respektieren.


Kontakt/weitere Informationen:
Anna Leissing, Guatemalanetz: 079 306 52 72
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Barbara Rimml, MultiWatch: 079 203 17 72
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Guatemala

 

Guatemala liegt in Zentralamerika und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Indigene Gemeinschaften, Frauen und Kinder leiden unter der extremen Armut, der Gewalt und Kriminalität besonders. Weiter

Über uns

 

Das Guatemalanetz Bern engagiert sich seit vielen Jahren für indigene Gemeinschaften und Basisorganisationen in Guatemala. Es setzt sich aktiv ein für mehr Gerechtigkeit und unterstützt indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte einzufordern. Weiter

 

Aktuell

 

"Guatemala sehnt sich nach Ruhe"

 

Die Sendung "Echo der Zeit" auf Radio DRS1 hat über den Besuch von Bischof Alvaro Ramazzini berichtet. Sie können sich die Sendung "Guatemala sehnt sich nach Ruhe" (ca. 5 Minuten) hier anhören.

 

 

DOK "Ueli Gurtner - Revolutionär wider Willen"

Ein eindrücklcher Dokumentarfilm von SF über Helden und Verbrechen im Kaffeeland Guatemala.

 


Bischof Alvaro Ramazzini zu Gast

Am Freitag, 25. November 2011, war der weit über Guatemala hinaus bekannte Bischof Alvaro Ramazzini Gast beim Guatemalanetz Bern. Er berichtete über sein Engagement für die indigene Bevölkerung Guatemalas. Ausführliches Interview

 

 

Start der Kampagne "Recht ohne Grenzen". Klare Regeln für Konzerne. Weltweit.

Bundesrat und Parlament sollen dafür sorgen, dass Firmen mit Sitz in der Schweiz weltweit Menschenrechte und Umwelt respektieren müssen. Das fordern rund 50 Organisationen in einer gemeinsamen Kampagne und Petition. Das Guatemalanetz Bern unterstützt die Kampagne als Trägerorganisation. Unterschreiben Sie die Petition online!